




Ab sofort werden bei der Standard-NIRS-Untersuchung für Gerste, Weizen, Triticale, Körnermais, CCM sowie Sojaschrot die praecaecale Verdaulichkeit der Aminosäuren mit angegeben.
Während bisher Rohprotein und Aminosäuren auf Basis von Bruttowerten berücksichtigt wurden, hat die GfE nun das gesamte Bewertungssystem auf die Stufe des verdaulichen Rohproteins und verdaulicher Aminosäuren umgestellt. Die Verdaulichkeit wird hierbei als praecaecale Verdaulichkeit definiert. Darunter versteht man die Verdaulichkeit der Nährstoffe bis zum Ende des Dünndarmes, also vor Erreichen des Blinddarmes (Caecum).
Dieses System ermöglicht eine genauere Bewertung der verschiedenen Proteinträger und damit eine genauere Versorgung der Schweine mit Aminosäuren. Dort ist die praecaecale Verdaulichkeit für die in der Schweinefütterung erstlimitierenden Aminosäuren Lysin, Methionin/Cystin, Threonin, und Tryptophan von einigen Futtermitteln in Prozent aufgeführt.
Das Lysin aus Sojaschrot besitzt beispielsweise eine praecaecale Verdaulichkeit von hohen 87 %. Die Lysinverdaulichkeit von Rapsschrot beträgt hingegen nur 73 %. Das Methionin/Cystin aus Weizen ist zu 90 % verdaulich, das Methionin/Cystin aus Ackerbohnen aber nur zu 65 %. Die biotechnisch hergestellten, so genannten freien, zugesetzten Aminosäuren besitzen eine Verdaulichkeit von 100 %.
Diese riesigen Unterschiede verdeutlichen beispielhaft die Vorteile des neuen Bewertungssystems, weil hiermit in Zukunft eine viel genauere Rationsberechnung und Fütterung der Tiere erfolgen kann. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass auch Empfehlungen zur Versorgung auf der Grundlage von verdaulichen Aminosäuren gegeben werden müssen. Auch hierzu hat die GfE umfangreiches Datenmaterial ausgewertet und zusammengestellt. Die Landwirtschaftskammer wird in dem gerade neu erschienenen Rechenmeister für die Schweinefütterung über entsprechende Empfehlungen zur Versorgung der Schweine und zur Bewertung der verschiedenen Futtermittel die Landwirte und Berater ausführlich informieren.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Fachartikel von Dr. Wolfgang Sommer: