Ferkelaufzuchtfutter im Test

Schweinefutter

Wie 12 Ferkelaufzuchtfutter aus der Region Westfalen-Lippe vom Verein Futtermitteltest (VFT) bewertet wurden.

In der Region Westfalen-Lippe wurden im Zeitraum Oktober bis Dezember 2002 zwölf Ferkelaufzuchtfutter von neun verschiedenen Herstellern geprüft. Es handelte sich um acht Aufzuchtfutter I für junge Ferkel, die etwa bis zur 7./8. Lebenswoche eingesetzt werden und um vier Aufzuchtfutter II, die im Anschluss verfüttert werden. Die von den Herstellern deklarierten Energiegehalte lagen bei den Ferkelaufzuchtfuttern I zwischen 13,2 und 14,4 MJ ME/kg, bei den Ferkelaufzuchtfuttern II zwischen 13,0 und 13,6 MJ ME/kg. Wie bereits in früheren Tests lagen erneut mehrere Futter außerhalb der zwischen Herstellern und Beratung vereinbarten Energiestufeneinteilung. Diese wird üblicherweise in Abständen von 0,4 MJ ME/kg beginnend mit 13,0 MJ ME vorgenommen. Alle 12 Testfutter enthielten laut Herstellerangabe einen Zusatz an mikrobieller Phytase.

Ergebnisse dieser Testreihe

Zwei Ferkelaufzuchtfutter II mussten diesmal in Gruppe 3 eingeordnet werden, und zwar das Futter Pre Start 14,4 MJ der B.B.A.G. Verl wegen eines Energieuntergehaltes sowie das Futter Rahd Ferkel 2005 der Landw. Ein- und Verkaufsgenossenschaft Rahden wegen eines Lysin- und erheblichen Threoninuntergehaltes. Der Energiegehalt und die Aminosäurenausstattung sind mit die wichtigsten Kenngrößen eines Ferkelaufzuchtfutters. Sie bestimmen nicht nur die Qualität des Futters hinsichtlich der Ferkelleistungen, sondern auch hinsichtlich der Preiswürdigkeit. Eine fehlerhafte Ausstattung in einem der Merkmale kann die Ferkelaufzucht erheblich verteuern, weshalb diesbezügliche Mängel stark zu beanstanden sind. Die übrigen 10 Futter erreichten mit Gruppe 1 das bestmögliche Gesamtergebnis.

In der futtermittelrechtlich angewendeten Deklarationsüberprüfung fielen darüber hinaus vier Futter durch Über- bzw. Unterschreitungen in den Merkmalen Rohfett, Rohfaser und Rohasche auf.

Da alle geprüften Aufzuchtfutter nach Herstellerangabe einen Zusatz an mikrobieller Phytase hatten, erfolgte in den Merkmalen Calcium und Phosphor keine Einstufung mit Symbolen, da der VFT bei Phytasezusatz bisher keine Zielwerte für Calcium und Phosphor formuliert hat. Bei den 10 Ferkelaufzuchtfuttern I wird im Mittel ein Ca-Wert von 0,74 % (0,65 - 0,80 %) deklariert. Der durchschnittliche Analysenwert liegt mit 0,82 % (0,64 - 1,10 %) erheblich darüber. Zwei Futter enthalten sogar über 1 % Ca, was natürlich im Hinblick auf die Pufferkapazität dieses Futtertyps als nachteilig zu beurteilen ist. Zu hohe Ca-Gehalte können nämlich das Risiko von Ferkeldurchfall erhöhen.

Die vorliegenden Ergebnisse und Aussagen gelten nur für die geprüften Futter und lassen keine Rückschlüsse auf das übrige Produktionsprogramm der beteiligten Hersteller zu.