Technische Hilfsmittel in einem Pensionspferdebetrieb
Die Pensionspferdehaltung ist einer der arbeitsintensivsten Tierhaltungszweige in einem landwirtschaftlichen Unternehmen. Um den Arbeitsbedarf bei den Routinearbeiten zu verringern, sind die Möglichkeiten der Reduzierung durch die Mechanisierung nur in bestimmten Arbeitsbereichen möglich.
Anderseits ist es, wenn die Kosten der Anschaffung bzw. der Errichtung für den Pensionsbetrieb so hoch sind, das es aus betriebswirtschaftlicher Sicht wiederum unrentabel wird! Also muss das eine mit dem anderen genau abgewogen werden, um solche technischen Hilfsmittel auf dem Betrieb einzusetzen.
Routinearbeiten sind alle Arbeiten die täglich oder mehrmals pro Woche erledigt werden müssen und der Grundversorgung der Pferde dienen.
Diese sind Fütterung, Entmistung, Einstreuen und Weidegang bzw. Bereitstellung der Bewegungsmöglichkeiten. Zusätzlich muss ein weiterer Arbeitsbereich, entstanden durch die Technisierung, berücksichtigt werden, die Einzeltierkontrolle/Überwachung.
Fütterung
Heu, Silage u. Futterstroh werden im Pferdebereich als Grundfuttermittel bzw. als Raufutter den Tieren zur Vorlage gegeben.
Das Raufutter wird den Pferden über mobile Fahrzeuge von der Bergehalle bis zur Fütterungsanlage der Tiere bereitgestellt. Diese Fahrzeuge können sein: Radlader, sogenannte Hoflader, Kompaktlader o. ä. aber auch der klassische landw. Frontlader.
Gerade die Kompaktlader und Hoflader mit Knicklenkung sind für die Pensionspferdebetriebe ein sehr gefragtes mobiles Fahrzeug. Die Höhe und Breite der Fahrzeuge, aber auch der kleine Wendekreis sind aussagekräftige Faktoren für dieses technische Hilfsmittel. Wichtig ist es auch darauf zu achten, das sie von einer Motorleistung von mind. 22 kW, nicht zu schwach dimensioniert sind. Sie müssen z. B. Rund- bzw. Quaderballen aus einer betrieblich bestimmten Höhe abheben, transportieren und ablegen können. Auch können sie zur Entmistung der Pferdeställe eingesetzt werden, um das Fahrzeug auf den Betrieb wirtschaftlich rechnen zu lassen. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind Kehren der Hoffläche, bearbeiten der Bewegungsflächen u. v. m. Gute gebrauchte Hoflader sind sehr gefragt und teuer. Deshalb ist beim Kauf einer solchen Maschine in erster Linie auf den Zustand des Motors, des hydrostatischen Fahrantriebs und der Achse zu achten. Denn hier schlagen die Reparaturen bzw. der Austausch von Komponenten zu Buche. Die Kosten eines neuen Hofladers in der o. g. Leistungsklasse belaufen sich auf etwa 20.000 .
Bei den Schleppern mit Frontladern ist es wichtig, das sie eine geringe Fahrzeughöhe und einen kleinen Wendekreis haben sollten. Hier sollte der Schlepper nicht Leistungsmäßig überdimensioniert sein. Man sollte eine genaue Vorstellung des Einsatzes für den gesamten landw. Betrieb haben. Schlepper mit Industriefrontlader und einer Motorleistung von mind. 44 kW und einer max. Breite von ca. 1,6 m sind für die meisten Pensionsbetriebe ausreichend. Der Schlepper mit Industriefrontlader in dieser o. g. Leistungsklasse kostet neu ca. 35.000 .
Vorteil des Knickladers zum Schlepper ist, dass das Auf- u. Absteigen schneller geht und er deutlich einen kleineren Wendekreis u. Fahrzeughöhe hat.
Vorteile der Schlepper sind das sie weitere Funktionen, wie: in der Weidewirtschaft, Grundfutter- u. Einstreubeschaffung u. v. m. übernehmen können.
Heutzutage wird immer noch bedingt durch vorh. Gebäudemaße oder auch durch die hohen Anschaffungskosten der Fahrzeuge, die manuelle Beschickung der Vorrang gegeben. D. h., Bereitstellung mit dem Schlepper, Verteilung manuell mit dem Raufutterwagen. Doch je größer die Pensionsbetriebe werden umso wertvoller, in Bezug auf Arbeitszeit und kosten, werden diese Fahrzeuge.
Grundfutterwerbung und einlagerung ist saisonbedingte Arbeit und sollte ganz oder teilweise über Maschinengemeinschaften oder komplett von Lohnunternehmen durchgeführt werden.
Als Kraftfutterkomponenten werden schwerpunktmäßig gequetschter Hafer, geschroteter Mais, Getreide, Pellets- und Müslimischungen sowie Mineralfutter verwendet.
Die Einlagerung von Kraftfutter sollte, je nach Größe des Pferdebetriebes in ein Vorratssilo ab ca. 3,5 to (Polyester-Außensilo ca. 2.100 ) oder in einem Gebäude (nicht im Pferdestall) in Trevira - Sacksilos ab 0,7 to (Silo mit Gestell ca. 850 ) eingelagert werden. Die Vorratsbehälter werden dann vom Futtermittellieferanten oder vom Landwirt mit entsprechenden Futterkomponenten gefüllt.
Die Lieferung von Sackware über den Futtermittellieferanten sollte langfristig nicht mehr erfolgen. Die Bereitstellung des Kraftfutters per Hand wird im Tierbereich über sog. Futterwagen mit verschließbarem Deckel vorgesehen.
Das Quetschen von Hafer wird von den Pensionspferdebetrieben vor Ort durchgeführt, um die Kosten des Kraftfutters zu reduzieren. Dies sollte nicht im Pferdestall durchgeführt werden.
Die Haferquetschen (Motorleistung 2,2 kW, ca. 1.500 ) sollten auch mit einer Absauganlage versehen sein, um die Reinheit des Getreides zu verbessern. Die richtige Technik und Beschaffenheit der Walzoberfläche ist eine wichtige Vorraussetzung für die Qualität des Futters. Mittlerweile werden immer mehr computergesteuerte Fütterungen in größeren Pensionspferdebetrieben eingesetzt. Die Kraftfutter Dosiergeräte werden an der jeweiligen Pferdebox angebracht oder über eine Laufschiene von Box zu Box bewegt. Über elektronische Zeitsteuerung werden täglich entsprechend mehrere Futterportionen in kleinen Mengen dem Pferd vorgelegt. Das Nachfüllen der
automatischen Kraftfütterungsanlagen mit den entsprechenden Volumen- bzw. Vorratsbehältern wird je nach Gerätehersteller mind. einmal täglich per Hand oder vom Kraftfutter Silo mit einer Rohrleitung (PVC-Seil oder Spirale) durchgeführt. Die automatische Fütterung wird aufgebaut mit dem Kraftfutter Dosiergerät und einem elektronischem Steuergerät. Je nach Volumengröße des Gerätes, ob nur eine Tagesfütterung oder für mehrere Tage, wird entsprechend der Zeitpunkt und die Anzahl der Futterportion über das Steuergerät geregelt. Manche automatische Fütterungsautomaten haben eine volumetrische über Zellrad dosierte Rieselgeschwindigkeit (Trippelfütterung), um das Kraftfutter in den Trog vorzulegen. Dies erzeugt eine dem Tier angepasste Fressgeschwindigkeit, ein gleichmäßiges, ruhigeres Fressen und ein gutes Kauen. Die Kosten der Kraftfutter Dosiergeräte belaufen sich je nach Größe und Einheit ab 350 je Gerät und die entsprechende elektronische Steuerung ab 400 pro Einheit.
Für die Gruppenhaltung gibt es auch automatische Fütterungssysteme. Es sind stationäre Kraftfutterstationen und Heudosierer für mehrere Pferde. Die Systeme kommen aus der Milchviehhaltung und werden besonderes in der Offenstallhaltung verwendet. Die Abruffütterung mit separatem Ein- und Ausgang funktionieren über eine Tiererkennung. Die Tiererkennung in der Futterstation erfolgt mittels eines Transponders, der den Pferden entweder als Injektat intramuskulär inijiziert oder als Knopf an einem speziellen Transponder Halsband (Halfter) befestigt wird. Es ist möglich mehrerer Kraft- und Mineralfuttersorten zu füttern. Die mehrmals täglichen Futterportionen fallen häppchenweise, an die Futteraufnahmegeschwindigkeit des Pferdes angepasst, in den Trog. Eine Nachlaufsperre sorgt dafür, dass jedes Pferd ungestört sein Kraftfutter aufnehmen kann. Neben der Fütterung von Kraft- und Mineralfutter übernimmt der Fütterungscomputer auch die Steuerung der individuellen Zuteilung von Raufutter. Hierbei wird für jedes Pferd die vorgesehene tägliche Fressdauer eingestellt. In den Vorderwänden der Futterstände sind Schieber integriert, die den Zugang zu einer Raufe öffnen oder verschließen. Die Tiere werden beim Betreten der Futterstände anhand des Transponders erkannt und erhalten mehrmals am Tag, in intervallen, Zugang zum Raufutter, so dass jedes Tier genau die ihm zustehende Menge aufnehmen kann. Die langfristige Funktionalität der Abrufstationen ist heutzutage kein Problem mehr. Bezogen auf den Heudosierer ist eher die automatische Raufuttervorlage, d. h. das Nachschieben" des Futters zu den Schiebern, das größte Problem. Die Kosten für eine Abrufstation für 30 Pferde mit Transponder, dem Zentralcomputer usw. belaufen sich um die 13.300 . Die Kosten für einen Heudosierer mit Ein- und Ausgangstechnik usw. in Verbindung mit dem Zentralcomputer von der Kraftfutterstation belaufen sich um die 12.200 .
Entmisten
In der Einzelboxenhaltung wird größtenteils zweimal tägl. mit der Bollengabel/ Mistgabel/Schaufel/Stallbutler per Hand oberflächig die Pferdeäpfel aufgesammelt und mit dem Kippkuli/Karre der Festmistlagerstätte zugeführt. Ausschlaggebend für diese Tätigkeit ist die bessere Luftqualität im Pferdestall. Bei größeren Betrieben wird an die mobile Technik ein Großraumkuli/Container auf- oder angesetzt und von Einzelbox zu Einzelbox mit der Hand aufgeladen und dann mechanisch abtransportiert. Bei Neubaumaßnahmen kann eine stationäre Entmistung auch über, im Boxen- oder Stallgassenbereich, oberirdisch oder im Untergrund eingearbeitete Kanäle, mit Förderbänder, Schiebertechnik oder sogar per Luftdruck erfolgen (Ober- oder Unterflurentmistung). In der Pferdebox oder auf der Stallgasse sind eigens angebrachte Öffnungen, wo mit der Bollengabel der tägl. Pferdemist eingebracht und von dort über die mechanische Technik der Mistplatte zugeführt wird. Jedes System hat trotzdem seine Probleme mit dem trockenem, strohreichem Pferdemist. Das eine System funktioniert besser mit Kurzstroh und rieselfähigem Einstreu und das andere funktioniert besser mit Langstroh. Wichtig ist bei dieser Entmistungsart ein kurzer Verlauf der Kanäle. Sie sollten möglichst gerade und ohne viele enge Kurven sein und ausreichend dimensionierte Übergänge haben. Diese gesonderte Maßnahme ist nicht unbedingt preiswert. Ohne Wartung und Pflege ist es kein langfristig gesichertes System. Die reine Fördertechnik z. B. des Entmistungsbandes kostet ca. 350 pro Meter.
Bei der mobilen Entmistung für den Matratzeneinstreu sind verschiedene Verfahren möglich. Einerseits können die Boxenzwischenwände auf die Stallgasse herausgezogen oder zur Traufenseite geklappt werden, um die Stallreihe komplett mit dem Schlepper oder Hoflader von der Giebelseite aus entmistet zu können. Diese Maßnahme erfordert immer die Komplettentmistung der Stallreihe. Wichtig ist, das die Boxenzwischenwände stabil aufgehängt und leicht zu bewegen sind. Anderseits kann aber auch die Entmistung seitens der Stallgasse über die Boxenvorderfront jeder einzelnen Box vorgenommen werden. So hat der Pensionsbetreiber immer die Flexibilität jede Einzelbox separat zu entmisten. Auch hier sind robust aufgebaute Vorderfronten Bedingung. Meistens wird bei dieser Entmistungsvariante, ob Neu- oder Umbau ein Hoflader angewandt.
Bei den Gruppenhaltungssysteme wird meistens die Entmistung des Liegebereiches mit mobiler Fahrzeugtechnik durchgeführt. Es sollten große Tore (4 m x 4 m), ausreichende bauliche Höhe und so wenig wie möglich Ecken/Kurven und Stützen eingeplant werden. Auch wird im Pferdebereich vermehrt das Tretmistsystem angewandt. Der Liegebereich wird waagerecht oder mit einem stärkerem Gefälle (4 7 %) erstellt und zum Futtertisch hin, ist ein Laufbereich der mechanisch mit Flach-/ Klappschiebern oder mobil mit dem Frontlader, in bestimmten Zeitintervallen entmistet wird. Der große Nachteil dieses Systems ist, der durch die Schiebertechnik entstehende glatte Fress- und Laufbereich. Die hohe Rutschgefahr der Tiere ist nicht zu unterschätzen, auch wenn der Bereich eingestreut (Späne) oder mechanisch aufgeraut wird. Für die Schieberentmistungstechnik ist je nach Länge der abzuziehende Fläche mind. mit 8.700 zu veranschlagen.
Einstreuen
In der Einzel- und Gruppenhaltung wird das Einstreumaterial klassisch mit der Hand verteilt. Es gibt aus der Milchviehhaltung andere technisierte Varianten (z. B. mechanische Großballenauflöser), die aber alle Schwerpunktmäßig einen großen Nachteil für die Pferdehaltung haben und zwar den Geräusch-, Staub- und Schmutzfaktor.
Weidegang
Das Abmisten der Wiesen kann über sogn. Grashopper durchgeführt werden. Mittlerweile ist für die Weidehygiene diese Maßnahme per Hand oder mechanisch eine unabdingbare Angelegenheit. Der Grasshopper hat die Möglichkeit in einem Arbeitsgang zu mähen, vertikulieren und die Weide von Pferdeäpfeln o. ä. zu befreien. Das Sammelgut kann nach dem Füllen des Auffangbehälters zur Festmistlagerstätte gebracht werden. Die Kosten eines solchen Gerätes liegen mit einer Arbeitsbreite von 1,8 m und Bodenentleerung bei ca. 9.250 .
Bewegung / Führanlage / Laufbänder
Der Sandpaddock, der Außenreitplatz und die Bewegungsfläche in der Reithalle und im Longierbereich müssen in regelmäßigen Abständen mit einem Reitbahnplaner gelockert, vermischt, geglättet und evtl. über eine Krümmelwalze geebnet werden. Dieses Gerät muss weiterhin über mehrere Einsatzmöglichkeiten, wie z. B. das Hereinziehen der Ecken und Ausgleichen der Niveauunterschiede, verfügen. Der Reitplatzplaner wird meistens hinter oder auch vor einer mobilen Fortbewegungstechnik eingesetzt. Der Planer kann alle 3 - 4 Vorgänge in einem Arbeitsgang erledigen. Die Kosten eines Reitplatzplaner mit einer Arbeitsbreite von 2,7 m liegen bei ca. 3.000 . Der Hufschlagbereich muss meistens mit der Schaufel/Harke nachgearbeitet werden. Empfehlenswert wäre, wenn die Pferdeäpfel direkt nach dem Reiten per Hand mit dem Stallbutler abgesammelt würden.
Die Reitsandböden müssen stets eine Grundfeuchte aufweisen, durch die, die Bereitbarkeit (Scherfestigkeit, Trittsicherheit) verbessert und die Lebensdauer des Sandes deutlich verlängert wird. Dies kann über stationäre oder mobile Beregnungstechniken erfolgen.
Stationäre Beregnungstechniken sind die Strangberegnungs- und Pendelsysteme oder auch sog. Überkopfberegnungsanlagen. Über die leistungsstarke Pumpe wird nach computergesteuerten Programm- und Zeitabläufen die Reitfläche beregnet. Strangberegnungssysteme sind an der Decke installierte, längsverlaufende Hart-PVC-Rohre, die mit Flachstrahldüsen oder Nebeldüsen versehen sind. Probleme dieser Anlagen bei nicht fachgerechter Wartung sind Wasserüberschneidungen, verbogene PVC-Rohre, verkantete Aufhängungen, verstopfte und nachtropfende Düsen usw. Die Kosten der einfachen Strangberegnungssysteme ohne Steuertechnik inkl. Montage liegen etwa bei 5.000 (800 m² Reitbelag). Das Pendelsystem ist ein Träger mit Sprühkreuz, der von Giebel zu Giebel auf eine Profilschiene unter dem First bzw. der Hallenmitte fährt. Bei ungleichmäßiger Befeuchtung des Sandes, können die Probleme durch statisch zu schwach ausgelegte Laufschienen oder durch extremen Windeinfluss bei offnen Traufenseiten stammen. Die Kosten eines Pendelsystems mit der Steuerungstechnik inkl. Montage liegen etwa bei 10.000 (800 m² Reitbelag). Bei den Überkopfberegnungsanlagen werden zwei Profilschienen unter dem Hallendach montiert. Auf diesen Schienen läuft ein dem Hallenprofil angepasster Wagen mit Flachstrahl- und Nebeldüsen. Eine fachgerechte Erstellung der Anlage ermöglicht eine optimale Beregnung. Leider kostet solch eine Anlage mit Steuerungstechnik und Montage für einen Reitbelag von 20 m x 40 m etwa 14.000 .
Besteht die Möglichkeit zum Einsatz von Fein(Nebel)düsen kann auch im Sommer zusätzlich ein Kühlungseffekt geschaffen werden. Die Bewegungsfläche kann aber auch unterhalb des Reit- u. Paddockbodens durch sog. Ebbe-Flut-Systeme befeuchtet werden. Der ca. 40 cm tiefe Aushub wird mit einer wasserundurchlässigen Folie ausgelegt und dann mit Drainagerohre versehen, die an einer Pumpe mit Sensoren angeschlossen werden. Diese Vertiefung wird dann mit Reitsand aufgefüllt und über eine computergesteuerte Technik wird Wasser zugeführt oder abgeleitet. Nachteilig könnte sich der hohe Wasserverbrauch und die Ableitung des belasteten" Wassers auswirken.
Bei stationären Regnern am Außenplatz werden meistens versenkbare oder feste Halbregner verwendet. Es werden 2 an jeder Seite separat an einem z. B. verzinktem Rohr befestigt, die in einem Winkel von 40° bis 360° befeuchten. Wichtig ist, das der passende Radius gewählt wird, um eine geringe Überlappung zu erzielen und keine trockene" Stelle überbleibt. Die Halb- und Vollregner können aber auch auf Dreibein - Stative gesetzt werden und mittig angeordnet auf dem Reitplatz gestellt werden. Je nach Anzahl der Regner muss eventuell eine Umsetzung der einzelnen Regner erfolgen.
Hierfür gibt es auch computergesteuerte Beregnungsprogramme. Je nach Regner, Anzahl und Steuerung kostet diese Technik zwischen 1.500 und 4.000 .
Mit der mobilen Beregnungstechnik sind z. B. Güllefässer, Einzugsregner und der einfache Rasensprenger gemeint.
Akzeptiert werden können diese Beregnungstechniken nur als Übergang bis das die stationäre Anlage erstellt ist. Der Einzugsregner kommt aus dem Gartenbau und ist ein auf die Stahltrommel aufgewickelte PE-Schlauchleitung verbunden mit einer Regnerdüse. Die Trommel wird auf den Platz gestellt und der Regner wird abgewickelt. Der darauffolgende Wasserdruck zieht den Regner zur Trommel und befeuchtet dadurch den Platz. Ist der Platz nicht entsprechend vorher gepflegt worden und die Einzuggeschwindigkeit nicht entsprechend eingestellt, ist die fachgerechte Versorgung des Reitbodens nicht gewährleistet. Kosten des Einzugsregners liegen bei etwa 2.000 . Natürlich können alle Beregnungstechniken mechanisch gesteuert werden, bei den natürlich eine optimale Versorgung des Bodens nicht immer gewährleistet wird. Eine genaue, wassersparende und individuelle Befeuchtung des Bodens wird nur über computergesteuerte Beregnungsprogramme mit stationären Beregnungstechniken gewährleistet.
Die Führanlage auf einem Pensionsbetrieb soll eine zusätzliche Alternative der Bewegungsmöglichkeit für das Pferd sein. Besonders für große Betrieben können 4 und mehr Pferde gleichzeitig ihren Bewegungsapparat erhalten und konditionieren. Die Führanlage ist eine runde, rechteckige oder ovale Stahlkonstruktion, wo der Motor ebenerdig oder oberhalb der Bewegungsfläche angebracht wird. Aus gesundheitlichen Gründen der Tiere sollten es Freilauf geführte Anlagen sein. Bei den runden Anlagen sollten Sie nicht einen Durchmesser von unter 15 m haben. Die freilaufenden Pferde sind in Feldern mit je zwei schwebenden Pendel abgetrennt, die über den Motor entsprechend nach einer bestimmten Geschwindigkeit fortbewegt werden. Wichtig ist, das der Radius der Führanlage ausreichend, je nach Geschwindigkeit, groß genug ist, um eine extrem einseitige Gelenkbelastung zu vermeiden, hinzu kommt, dass die Führanlage robust der Witterung standhaft sein muss und das der Bodenbelag entsprechend den anderen Bewegungsflächen auf dem Pensionsbetrieb angepasst wird. Der Bodenbelag sollte den Funktionen eines Reitplatzes entsprechen. Die Pferdeäpfel werden noch per Hand aufgesammelt und die Beregnung kann über z. B. PE Schlauchleitungen mit eingeschraubten Flachdüsen entsprechend den Anforderungen befeuchtet werden. Der Schlauch mit den Düsen sollte mind. an jedem 2. Pendelfeld angebracht werden. Die Kosten einer Führanlage mit 15 m Durchmesser mit Überdachung des Hufschlages liegen bei ca. 35.000 .
Alternativen zu den Führanlagen sind die Laufbänder. Das Pferd bewegt sich auf einem Laufgurt, welcher von einem Elektrotrommelmotor entsprechend verschiedener Leistungsparameter angetrieben wird. Das Geradeauslaufen auf dem Band gewährleistet ein planes Auftreten und damit eine gleichmäßigere Belastung der Gelenke und Bänder als das Fortbewegen in der Führanlage. Besonders in Tierkliniken oder Betriebe, die Pferde in Rehabilitation haben, verwenden diese Laufbänder, teilweise sogar integriert in Wassercontainer. Wichtig ist hier die Stabilität der Anlage und die Qualität der Laufbänder. Die Anschaffungskosten eines Profi - Laufbandes mit Steigungsregelung und eine Geschwindigkeit bis zu 9 km/h betragen ca. 14.500 .
Fazit
Es gibt noch weitere technische Hilfsmittel die Zukünftig immer mehr gerade durch die Technisierung an Bedeutung auf den Pferdebetrieben finden. Das ist z. B. die Einzeltierkontrolle bzw. die Überwachung der Pferde. Entsprechende Kameras und Web-Cams werden zur Überwachung der Tiere im Pferdebereich vom Betriebsleiterhaus oder Büro eingesetzt.
Auch sollte bei der Planung des Betriebes gesonderte Stromkreisläufe vorgesehen werden, um z. B. Lichtprogramme für die jeweiligen Bewegungsflächen einzuplanen, eine Notbeleuchtung für die Stallungen und die Hauptnutzungswege zu berücksichtigen.
Wichtig ist es, dass bei all diesen technischen Hilfsmittel im Pensionsbetrieb ein erhöhtes Management und eine deutlich erhöhte Tierkontrolle gefordert wird!
Auch wenn diese technischen Hilfsmittel in Anspruch genommen werden, ist das Ziel die körperliche Belastung des Menschen zu verringern und die Gesundheit der Pferde immer in Vordergrund zu stellen.
Bei der Planung eines Pensionsbetriebes, ob als Neu- oder Umbau sollte die Verwendung solcher technischen Hilfsmöglichkeiten mit berücksichtigt werden, um dadurch die bauliche Möglichkeit zu geben, auch wenn die technischen Hilfsmittel aus Kostengründen später angeschafft werden.