Wasserrechtliche Problematik bei Ausläufen und Reitplätzen

Reiterin auf Reitplatz

Niederschlagswässer von Reiterhöfen gelten als stark verschmutzt. Die Pauschalität dieser Feststellung trägt den tatsächlichen betrieblichen Verhältnissen nicht Rechnung und kann zur Folge haben, dass bezüglich des Gewässerschutzes unverhältnismäßige Auflagen erteilt werden. Tatsächlich ist der zu flächenbezogen zu berücksichtigende Harn- und Kotanfall auf Ausläufen und Reitplätzen und dementsprechend das mögliche Maß an Nährstoffauswaschungen und -einträgen von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Die Bandbreite der Belastung der Niederschläge reicht dabei von „vernachlässigbar gering“ bis „in höchstem Maße   wassergefährdend“.

Um den zuständigen unteren Wasserbehörden eine sachgerechte Abwägung ihrer Belange mit den tatsächlichen Gegebenheiten und auch mit den Anforderungen an eine artgemäße Haltung zu ermöglichen, müssen Harn- und Kotanfall bei verschiedenen Haltungs- und Managementverfahren näherungsweise ermittelt werden. Daraus können die möglichen Nährstoffeinträge berechnet werden. Wenn dann Struktur und Mächtigkeit der Bodenschichten und andere bedeutsame örtliche Gegebenheiten bekannt sind, können fallbezogene und verhältnismäßige Problemlösungen gefunden und sach- und fachgerechte Empfehlungen zur baulichen Ausführung gegeben werden. Unter besonders günstigen Voraussetzungen wird die Filterung der Niederschlagswässer durch die anstehenden Bodenschichten, die auf die angrenzenden belebten Flächen abgeleitet wurden, ausreichen. In besonders problematischen Fällen wird eine Nachbehandlung, zum Beispiel in Pflanzbeetkläranlagen, erforderlich sein.

Aufschlussreich für die Beurteilung von Ausläufen und Reitplätzen ist das Verhalten von Pferden beim Harnen und Abäpfeln, wozu gesicherte Erkenntnisse vorliegen. Danach ist bei der Kombination von eingestreuter Box und einem Auslauf, dessen Belag von den Tieren härter empfunden wird, eben dort mit vergleichsweise sehr geringen Harnmengen zu rechnen, wohingegen es bei einstreuloser Haltung und unbefestigten Ausläufen zu extrem hohen Belastungen kommt. Zusätzlich kommt es zu Nährstoffauswaschungen aus dem Kot, weil die Pferdeäpfel nicht zuverlässig abgelesen werden können und in den weichen Untergrund eingetreten werden. Die Problematiken bei Ausläufen und Reitplätzen erfordern es, möglichst bald Planungsdaten zur Verfügung zu haben, um situationsbezogene Empfehlungen zur Ausführung von Ausläufen und Reitplätzen und zur Ableitung oder erforderlichenfalls auch zur Nachbehandlung von Niederschlagswässern geben zu können.