Beregnungstechniken in Pferde-Bewegungshallen

Reithalle
  1. Von Hand
  2. Gülletankwagen
  3. Einzugsregner
  4. Stationäre Beregnungsanlagen
    1. Strangberegnungssystem (Düsenrohrsystem)
    2. Pendelsystem
    3. Überkopfberegnungsanlage
    4. Kreis- und Teilkreisregner
  5.  Reitbahnplaner
  6.  Ebbe-Flut-Systeme
  7. Fazit

Wer kennt nicht das Problem, dass bei der täglichen Bewegungstherapie der Pferde in den Reithallen viel Staub aufgewirbelt wird? Für Reiter und Pferd ist es oft nicht nur eine unangenehme, sondern auch gesundheitsschädigende Begleiterscheinung.

Die Staubentwicklung ist eine negative Eigenschaft der Tretschicht eines Reitbelages. Die Tretschicht muss stets, je nach Ausführung, eine gewisse Grundfeuchte aufweisen, durch die die Bereitbarkeit (Elastizität, Scherfestigkeit, Trittsicherheit) verbessert und die Lebensdauer deutlich verlängert wird.

Wenn die Sande der Tretschicht zu trocken sind, sinkt der Huf tief ein und es wird beim Beritt zu viel Staub aufgewirbelt. Das wird besonders bei Sanden, die nur aus wenigen Korngruppen bestehen, beobachtet.

Sind sie zu nass, wirken sie – besonders die kornabgestuften Sande – fest. Für jeden Sand einer Tretschicht gibt es also in Abhängigkeit von Kornform, Kornaufbau und Beimischungen (Holzspäne, Textilfetzen) eine „optimale“ Feuchtigkeit, die jeweils im Einzelfall zu ermitteln ist.

Unabhängig vom verwendeten Belag ist eine regelmäßige Beregnung zur Vermeidung von zu starker Staubentwicklung für die Gesundheit der Pferde außerordentlich wichtig. Denn die Luftverhältnisse haben einen gravierenden Einfluß auf die Atemwege. Als pathogene Faktoren kommen hier vor allem Mikroorganismen, im besonderen Pilzsporen in Betracht. In der Luft enthaltene (Staub-) Partikel gelangen zwangsläufig beim Atmen in die Atemwege, wobei die Partikelkonzentration und die umgesetzte Luftmenge von wesentlicher Bedeutung sind.

„Beim täglichen Training eines Tunierpferdes von 90 Minuten Dauer mit Arbeitsphasen in allen drei Gangarten liegt der Luftbedarf schätzungsweise bei 45.000 Litern.

Im Vergleich zum Luftverbrauch von 81.000 Litern während der verbleibenden Zeit im Stall wird also die Lunge während des Trainings mit mehr als der Hälfte des Luftvolumens der Ruhezeit belastet. Dies erlaubt den Schluss, dass die Luftverhältnisse in den Reitbahnen rund ein Drittel des Gesamteinflusses durch die Atemluft ausmachen“. (RAPP, H.J., 1991)

Es ist also ein direkter Zusammenhang zwischen körperlicher Belastung und Lungenventilation zu sehen.

Besonders in den Sommermonaten sollte der Tretbelag mehrmals täglich über kurze Zeit befeuchtet werden. Hohe Wassermengen sind zu vermeiden, da die Grundfeuchtigkeit der Tretschicht dann überschritten wird und somit die Eigenschaft eines guten Tretbelages verloren geht. Auch darf kein Wasser in die Trennschicht gelangen, wenn diese, wie häufig in Reithallen, aus Lehm besteht. Der vom Huf abgerissene feuchte Lehm vermischt sich mit der Tretschicht und langfristig wird der Reitbelag zerstört. Wenn beim Einbau der Lehmschicht feuchte Stellen erhalten bleiben, wird die geforderte Grundfeuchte des Reitbelages an diesen Stellen überschritten und bei der stetigen Belastung vermischt sich der Lehm mit dem Reitsand. Die dadurch entwickelnde Qualitätsminderung wird sich entsprechend negativ auf die Eigenschaften und Langlebigkeit des Reitbodens auswirken.

Die Beregnungssysteme verbessern auch das Klimageschehen in den Hallen, speziell in den warmen, trockenen Jahreszeiten (Abkühlungseffekt, Bindung der Abgase).

Grundsätzlich muss vor der Beregnung der Reitbelag gleichmäßig mit dem Planiergerät gelockert und eingeebnet werden! Um einen staubfreien Reitbelag zu erhalten, ist es notwendig, wenigstens die oberen 2 cm des Tretbelages optimal zu befeuchten. Als Erfahrungswert für die Reithallen kann man max. 0,5 mm/m² pro Minute Niederschlag für die jeweilige Beregnungstechnik ansetzen. Maßgebend ist aber der tatsächliche Wasserverbrauch in Abhängigkeit vom Material der Tretschicht und dem Grad der Austrocknung durch die jeweiligen Licht- und Belüftungsverhältnisse in den Bewegungshallen oder den Witterungseinflüssen bei den Außenplätzen.

Für die Beregnung der Bewegungsflächen stehen folgende Verfahren zur Verfügung:

1  Per Hand

Die Beregnung der Tretschicht per Hand (Wasserschlauch, Rasensprenger) hat sich in der Praxis nicht bewährt. Die Erstellung einer gleichmäßigen, nicht zu feuchten Tretschicht (Wasserlachen, Verklumpungen) kann nicht sichergestellt werden. Außerdem ist der Zeitaufwand und die notwendige Regelmäßigkeit, besonders in Trockenperioden, bei dieser Verfahrensweise negativ zu beurteilen. Auch aus ökologischen und ökonomischen Gründen ist der Wasserverbrauch deutlich zu hoch!

2  Gülletankwagen

Bei manchen landwirtschaftlichen Pensionspferdebetrieben wird der Gülletankwagen für die Beregnung verwendet. Doch auch hier sollte man den zeitlichen Aufwand, den Wasserverbrauch und der unsachgemäßen Befeuchtung des Reitbelages in Rechnung stellen. Außerdem wird immer ein gewisser Anteil von tierischem Flüssigmist in der Bewegungsfläche mit eingearbeitet, wenn das Güllefass nicht ordnungsgemäß gereinigt wurde. Nach diesem Beregnungsvorgang liegt in der Reithalle auch ein leichter Güllegeruch in der Luft. Für Außenplätze ist das Güllefass als Übergangslösung vertretbar.

3  Einzugsregner

Mittlerweile werden vermehrt Einzugsregner aus dem Garten- und Landschaftsbau für die Befeuchtung des Reitbelages als kostengünstige Alternative auf dem Markt angeboten.

Die Funktion des Einzugsregners basiert auf der selbständigen Fortbewegung des Regners durch eine Turbine, die mit Hilfe des zuführenden Wassers angetrieben wird.

Für die Befeuchtung wird das Fahrgestell mit der Regendüse in der Mitte der kurzen Seite der Reithalle aufgestellt. Sobald die Wasserzufuhr frei gegeben wird, bewegt sich das Fahrgestell langsam über die Länge der Bahn in Richtung Einzugstrommel und wickelt hierbei die Wasserleitung auf. Währenddessen beregnet er die Tretschicht der Bewegungsfläche. Erreicht das Fahrgestell die Einzugstrommel, schaltet sich die Wasserzufuhr automatisch ab. Diese Einzugsregner sind, je nach Ausführung, sehr preisgünstig (ca. 1.500 € ) und damit gegenüber stationären Beregnungsanlagen als Übergangslösung vertretbar. Das Hauptproblem dieser Anlagen liegt in der gleichmäßigen und nicht zu feuchten Beregnung des Reitbelages. Probleme sind Stellen, zu denen das Wasser nicht hingeführt werden kann und Pfützenbildung bei zu hohem Wasseraufwand und kurzfristigem Fortbewegungsstop des Gerätes. Außerdem können bei ungenauer Einstellung andere Bauteile, wie Holzbande, stromführende Teile usw. langfristig negativ beeinflusst werden. Auch aus diesen Gründen werden Einzugsregner vermehrt bei Außenreitplätzen eingesetzt. Besonders bei diesem System wird die vorherige Planierung des Reitplatzes deutlich.

4  Stationäre Beregnungsanlagen

Schwerpunktmäßig werden in Bewegungshallen für Pferde stationäre Beregnungsanlagen installiert.

a) Strangberegnungssystem (Düsenrohrsystem)

Strangebergnung

Als eine einfache und preiswerte Lösung finden wir in den Hallen die fest eingebauten Strangberegnungssystemen (Düsenrohrsystem). Das sind an der Decke installierte längsverlaufende Hart-PVC-Rohre, die mit Sprühnebeldüsen versehen sind.

Die Nebeldüsen haben die Möglichkeit der feineren Verteilung des Niederschlages für die Befeuchtung der Tretschicht, den Nebeneffekt der erfrischenden Kühlung im Sommer und der Bindung der Abgase z. B. durch das Planiergerät.

Bei einer Hallenbreite von 20 m werden je nach Hersteller drei oder fünf Reihen PVC-Rohre über nicht rostende Ketten bzw. Spanndrähte (Nirosta) an den Hallenbindern angehängt. Die einzelnen Düsenrohrstränge werden über separate Zuleitungen mit Wasser versorgt. Der Betriebs- bzw. Fließdruck sollte zwischen mind. 2,5 bis 4,0 bar, max. 10 bar betragen. Der Wasserverbrauch beträgt je nach Druck pro Düsenstrang zwischen 55 und 66 Liter in der Minute. Außerdem müssen automatische Entleerungsventile besonders für den Winterbetrieb (wegen Frostgefahr) eingeplant werden. Der Wasseranschluss sollte 1 Zoll, max. 1,5 Zoll betragen und bei einer Hallenlänge von 40 m sollte er mittig an der langen Seite über der Bande angebracht werden. Von dort wird das Wasser in den jeweiligen Düsensträngen eingebracht. Der erzeugte Sprühnebel ermöglicht dann eine gleichmäßige Befeuchtung des Reitbelages in der Reithalle.

Die Strangberegnungssysteme sind mit einem Gefälle von 0,5 % - 0,75 % verlegt und bieten deshalb keine Frostgefahr, weil Sie nach jedem Beregnungsvorgang über die Entleerungsventile von selbst leer laufen. Die nach oben führenden Zuleitungen müssen am Wasserverteiler über einen Absperrhahn manuell entleert werden.

Die Steuerung der einzelnen Beregnungsstränge kann manuell nacheinander über Hart-PVC-Kugelventile oder über eine elektronische Steuerung in Verbindung mit Magnetventilen geregelt werden. Der Start wird über eine integrierte Zeitschaltuhr oder manuell erfolgen. Die Beregnungsdauer kann individuell eingestellt werden.

Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass regelmäßig durchzuführende Wartungsarbeiten vorgesehen werden sollten. Langfristige Probleme könnten verbogene PVC-Rohre (Ermüdungserscheinung des Materials), verkantete Aufhängungen, verstopfte Düsen usw. sein. Um Verstopfungen der Düsen entgegenzuwirken, sollte ein Feinfilter im Zulaufbereich eingesetzt werden. Auch kann die Funktion einzelner Düsen im Laufe der Zeit durch Schmutz oder Kalkablagerungen beeinträchtigt werden. Da die Düsen über ein Gewinde eingeschraubt sind, kann man sie im Bedarfsfall problemlos austauschen und säubern. Über die Magnet- und Entleerungsventile wird heutzutage das Nachtropfen der Düsen vermieden. Nach Beendigung des Niederschlages darf maximal 1 Minute später der jeweilige Düsenrohrstrang nicht mehr Nachtropfen.

Die Kosten der einfachen Strangberegnungssysteme mit Steuerungstechniken inkl. Montage liegen etwa bei 6.500,- € zzgl. Mwst. bei einem Hufschlag von 20 m x 40 m.

b)  Pendelsystem

Mittlerweile wird vermehrt das Pendelsystem in den Reithallen angetroffen. Von Giebel zu Giebel wird eine Profilschiene unter dem First bzw. der Hallenmitte montiert. Auf diesem Profil läuft ein Träger mit Sprühkreuz oder Düsenbalken. Die daran befestigten Düsen erzeugen einen Nebeleffekt und gewährleisten, dass der Reitbelag gleichmäßig befeuchtet wird. Der Sprühwagen wird mit einem Elektro-Getriebemotor vor- und zurückgefahren. Nach der Beregnung schaltet sich die Anlage automatisch ab. Bei einer täglichen Beregnung eines klassischen Reitplatzes kann als Erfahrungswert im Sommer von einer Niederschlagsmenge zwischen 800 l bis 1.200 l ausgegangen werden.

Der Betriebs- bzw. Fließdruck sollte mind. 3,5 bar bis 4,5 bar, max. 10 bar am Übergabepunkt betragen. Der Wasserverbrauch beträgt je nach Druck zwischen 40 und 80 Liter in der Minute bei einer Standardhalle. Der Wasseranschluss sollte mind. 1 Zoll, max. 1,5 Zoll betragen und mittig der langen oder der kurzen Seite, je nach Schlauchaufhängungsausführung, über der Bande angebracht werden. Am Übergabepunkt muss ein Absperrschieber mit einer Entleerungsmöglichkeit vorhanden sein, um in Frostperioden eine Entleerung der Zuleitungen vornehmen zu können. Um eine restlose Entleerung der Anlage zu bekommen, wird über ein von der Elektronik gesteuertem Ventil am Düsenkreuz geöffnet und in Verbindung mit einer Hin- und Rückfahrt des Beregnungswagen dann entleert. Der Vorteil dieses Systems liegt in der Variabilität der Beregnungstechnik, um auf die schon oben dargestellten verschiedenen Ansprüche des Reitbelages und den unterschiedlichen Abtrocknungen der Tretschicht reagieren zu können. Durch die regulierbare Geschwindigkeit des Trägers wird die Niederschlagsmenge beeinflusst (Reduzierung des Wasserverbrauches). Über zu Hilfenahme von Sensoren und der elektronische Steuerung der Düsen bzw. der Düsenpaare können bestimmte Bereiche in der Reithalle befeuchtet werden. Bei einer separaten Ansteuerung jeder einzelnen Düse kann fast jeder Quadratmeter des Reitbelages beregnet werden. Über das Magnetventil wird ein Nachtropfen der einzelnen Düsen verhindert.

Reithallen mit Unterzügen müssen eine lichte Höhe von mind. 4,2 m zwischen Reitboden und Unterzug haben, damit das Pendelsystem eingebaut werden kann. Es sollten sich auch keine Beleuchtungstechnik im Firstbereich befinden. Eine ungleichmäßige Befeuchtung kann durch statisch zu schwach ausgelegte Laufschienen und durch starken Wind (z. B. bei offenen Traufenseiten) hervorgerufen werden. Die punktgenaue Wasserverteilung ist nicht immer optimal gegeben. Bei moderneren Anlagen wird die Ansteuerung und Wasserversorgung des Sprühwagens über sogenannte Energieführungsketten, die auf einer ca. 12 cm breiten Führungsschiene liegen, geleitet. Probleme ergeben sich bei hohem Verschmutzungsgrades, das die Ketten sich aushängen könnten. Ein eigener Stromkreis von 220 V für die elektronische Steuerungstechnik muss gegeben sein.

Die Kosten eines Pendelsystems mit der Steuerungstechnik inkl. Montage für einen Reitbelag von 20 m x 40 m liegen etwa bei 9.000,- € zzgl. Mwst..

c)  Überkopfberegnungsanlage

Seit längerem ist eine sogenannte Überkopfberegnungsanlage (siehe Bild) auf dem Markt. Es werden zwei Profilschienen unter dem Hallendach montiert. Auf diesen Schienen läuft ein dem Hallenprofil angepasster Wagen. Daran sind zwei verschiedene Düsenarten für die gleichmäßige Beregnung des Reitbelages befestigt. Je nach den Anforderungen des Reitbelages können ca. 9 Flachstrahldüsen und ca. 20 Nebeldüsen eingesetzt werden. Diese können ähnlich wie beim Pendelsystem über spezielle Computerprogramme parallel oder einzeln angesteuert werden. Die Geschwindigkeit des Sprühwagens wird über einen Elektromotor gesteuert und z. B. über eine Kardanwelle angetrieben. Das Nachtropfen der Düsen wird durch Magnetventile verhindert. Nach der Beregnung schaltet sich die Anlage automatisch ab. Der Betriebs- bzw. Fließdruck sollte mind. 4,0 bar bis 6,0 bar betragen. Der Wasserverbrauch beträgt je nach Druck ungefähr 200 l/min. Der Wasseranschluss sollte mind. 1 Zoll betragen und mittig der langen oder der kurzen Seite, je nach Schlauchaufhängungsausführung, über der Bande angebracht werden.

Über die spezielle Beregnungstechnik und die stabile Düsenaufhängung ist eine gleichmäßige und individuelle Beregnung gesichert. Durch die zwei verschiedenen Düsentechniken können die Ansprüche des Reitbelages und des Umfeldes sehr genau berücksichtigt werden. Eine Überkopfanlage kostet mit der Steuerungstechnik inkl. Montage für einen Reitbelag von 20 m x 40 m etwa 13.000,- € zzgl. Mwst. .

d)  Kreis- und Teilkreisregner

Vor allem im Bereich der Außenreitplätze werden Kreis- und Teilkreisregner eingesetzt. Diese werden schwerpunktmäßig an den Längsseiten der Außenreitplätze angebracht. Die Anzahl der Regnerelemente richtet sich nach der Größe des Reitplatzes, nach dem vorhandenen Wasserdruck und dem zu verwendeten Präzisionssektorenregner (Voll-, Halb- oder Viertelkreisregner).

Versenkt eingebaute Regner fahren mit der Wasserzufuhr über ein Getriebe aus dem Schacht heraus und versenken sich automatisch nach Beendigung des Beregnungsvorganges. Diese Getriebeversenkberegner schließen eine Verletzungsgefahr von Mensch und Tier aus. Oberflurregner z. B. auf einem Standrohr in ca. 1,5 m Höhe, werden entsprechend ihrer Wurfweite fest an der Längsseite des Reitplatzes oder flexibel auf einem verzinkten Metalldreibein mittig des Reitplatzes installiert. Der Wasserdruck am Regner kann zwischen 3 und 7 bar variieren.

Da sich die Sprühfächer der einzelnen Regner teilweise überschneiden, kommt es zu einem erhöhten Wasserverbrauch und zu einer ungleichmäßigen Befeuchtung, die bei einem ordnungsgemäßen Außenreitplatzaufbau keine schwerwiegenden Qualitätsnachteile bewirken dürfte. Im Reithallenbereich sind diese Voll- oder Teilkreisberegner nicht unbedingt empfehlenswert. Außerdem beeinträchtigen sie langfristig negativ die hölzerne Reithallenbande, elektronische Funktionssysteme o. ä.. Die Beregnungstechnik für ein Außenreitplatz mit dem Hufschlagmaß 20 m x 40 m kostet mit einer einfachen mechanischen Steuerungstechnik, auf vier Standrohren, fest installierte Oberflur-Schwinghebelregnern inkl. Montage etwa 3.000,- € zzgl. Mwst. .

5  Reitbahnplaner

Reitbahnplaner mit Kunststoffwassertank

Seit neustem gibt es die Möglichkeit auch über den Reitbahnplaner die Bewegungsfläche zu befeuchten. Es wird in einem Arbeitsablauf gleichzeitig die Bewegungsfläche planiert und entsprechend befeuchtet.

Je nach Beregnungsfläche wird oberhalb des Bahnplaners ein 200 l, 400 l oder 600 l Kunststoffwassertank aufgesetzt, der mit drei Düsensträngen verbunden ist. Sie werden entsprechend dem Hersteller, an den Zinken, vor und nach der Walze angebracht. Das Wasser wird beim planieren mit den Zinken tief in den Boden gemischt und der ebene Boden nochmals von den hinteren Düsen befeuchtet. Je nach Bedarf können die Düsenstränge einzeln geöffnet und geschlossen werden. Das Gewicht des Wassertanks liegt nicht auf dem Bahnplaner, sondern wird durch eine spezielle Rahmenkonstruktion vom Zugfahrzeug getragen. Bei Einsatz aller Düsen ist ein Reitplatz mit dem Hufschlagmaß 20 m x 40 m nach knapp 5 Minuten mit einem 400-Liter-Tank gut beregnet. Ein entsprechender großer Schlauchdurchmesser mit Wasseranschluss sollte für die kurzfristige Nachfüllmöglichkeit in der Nähe der Bewegungsflächen angebracht werden. Da das Gerät erst seit Anfang des Jahres in Produktion ist, können noch keine fachspezifischen Aussagen gemacht werden. Der Reitbahnplaner mit einer Arbeitsbreite von 1,6 m inkl. der Beregnungstechnik und einem 400 l Wassertank kostet etwa 4.000 € zzgl. Mwst..

6  Ebbe-Flut-Systeme

Seit längerem sind auch sogenannte Ebbe-Flut-Systeme auf den Reit- u. Paddockplätzen in der Praxis aufzufinden. Bei diesem System werden die Reitplätze unterhalb der Bewegungsfläche befeuchtet. Es wird eine ca. 40 cm Bodenvertiefung in einer Art Wanne ausgehoben. Auf diesen Baugrund wird eine wasserundurchlässige Spezialfolie ausgelegt und an allen Platzseiten über eine Verwallung mit Boden oder Holzelementen hochgezogen. Auf Ihr werden Drainrohre verlegt und an ein Sammelrohr angeschlossen. Darauf wird eine starke Schicht mit Drainagesand eingebaut und als allerletztes wird dann die Tretschicht eingeebnet. In der so erstellten Wanne wird nun Wasser über einen außerhalb des Platzes liegenden, an die Sammelrohre angeschlossenen Wasserschacht, der eine Wasserpumpe und Nivilierungstechnik enthält, angestaut. Über die Drainrohre wird der Reitplatz mit Wasser, je nach Witterung und geforderten Bodenqualität, beschickt oder entnommen. Im Laufe der Zeit werden organische Stoffe, abhängig von der Nutzungsintensität der Bewegungsfläche, im Wasser angereichert, das dann gegebenenfalls abgeleitet werden muss. Der Reitboden verdichtet nicht und bietet ganzjährig eine qualitativ gute Reitbodenqualität. Je nach Kreis- bzw. Landesgebiete kann das Ableiten des organisch behafteten Wassers evtl. zu wasserrechtlichen Auflagen führen. Die Kosten zur Erstellung eines solchen Reitplatzes belaufen sich auf ca. 23,- € pro qm zzgl. Mwst.

7  Fazit

Die grundlegende Voraussetzung für eine funktionsfähige Beregnungsanlage ist die Sicherstellung eines ausreichenden und gleichbleibenden Wasserdruckes. Auch spielt die Qualität des Wassers eine Rolle. Bei kalkhaltigem Wasser ist ein zusätzlicher Feinfilter an der Wasserpumpe nötig. Bei eisenhaltigem Wasser bekommen die Düsen und die Anlagenteile eine rostige Farbe und einen extremen Geruch. Hier sollte, bedingt durch die hohen Reinigungskosten des Wassers, über eine alternative Wasserversorgung nachgedacht werden. Die Sammlung von Niederschlagswasser über die Bedachung der Reithalle oder anderer anliegender Gebäude in vorhandenen Regentanks ist eine solche Alternative. Der Tank (wasserundurchlässige Kunststoff- oder Metalltanks) sollte ein Fassungsvermögen von mindestens 10.000 Litern haben, wenn ein Allwetterreitplatz mit dem Hufschlagmaß von 20 m x 40 m beregnet werden soll. Es sollte bei der Planung darauf geachtet werden, dass das Wasser nicht zulange im Behälter verweilt. Vor der Einleitung in die Tanks muss das Wasser einen speziellen Grob- bzw. Vorfilter passieren. In den Behältern hat sich die schwimmende Tauchmotorpumpe bewährt. Die Pumpe muss mind. 5 bis 6 m³/h fördern und einen Druck von max. 10 bar erreichen.

Um auch bei langen Trockenperioden und bei kleineren Wassertanks die Wasserversorgung zu sichern, ist die Einleitung von Grundwasser über kleinere Brunnen (2 – 3 m³/h) oder mit Netzwasser zu ermöglichen. Die Brunnenpumpe sollte einen zusätzlichen Filter (Kiesfilter) haben.

Wenn nur eine Reithalle (20 m x 40 m Hufschlagmaß) beregnet werden soll, ist das Preis-Leistungsverhältnis für die Beregnung des Reitplatzes über diese Niederschlagswasserzisterne zu berücksichtigen.

Jedes dieser Beregnungssysteme hat seine Vor- und Nachteile. Darum ist es wichtig, individuell für die Anforderungen der jeweiligen Reitbodenausführung eine geeignete und kostengünstige Lösung für seine Bewegungsflächen zu finden.